44. PRIX WALO

Am 13. Mai 2018 fand in den tpc Studios Fernsehstrasse 1–4, 8052 Zürich der 44. PRIX WALO statt



Ehren-PRIX WALO Peter Reber

 

Publikumsliebling 2017

Stefan Gubser

Stefan Gubser

Als «Tatort»-Akteur Flückiger ist er fernsehbekannt wie seine Kollegen in Deutschland und Österreich. Der Schauspieler Stefan Gubser (60) lebt am Fusse des Pfannenstils, liebt das Wasser und Segeln. Noch zweimal wird er in den Gassen Luzerns tigern, um Verbrechern auf die Spur zu kommen. Dann ist «Tatort»-Schluss. 200 Rollen hätte er gespielt, davon 13 im «Tatort» gab er zu Protokoll, die Rolle als «Märchenonkel»ist neu hinzugekommen – im Märchenbuch und auf einer CD.



Sieger in den Sparten:

 

 

Pop/Rock: Kunz

Lebenslust hat einen Namen: Kunz. Grosse Melodien, stampfende Rhythmen und eine Stimme, der man die Lebenslust einfach anhört. Das ist Kunz, das ist Mundart, das ist Folk! Marco wollte von Kindesbeinen an Lieder schreiben und so geschah es! 2012 gewann er als bester Nachwuchssänger den Kleinen PRIX WALO, vorletztes Jahr den begehrten PRIX WALO (Newcomer). Erst vier Jahre ist es her, seit Kunz den Erstling «Eifach so» veröffentlichte. Jetzt füllten Kunz und seine Band den renommierten Luzerner Konzertsaal KKL (18. bis 21. September 2017) restlos. Die Band wurde vom Luzerner 21st Century Orchestra und Chorus begleitet. Die Freude war riesig, die Songs in dieser aussergewöhnlichen Form und Formation präsentieren zu dürfen.


Volksmusik: Martin Nauer

Martin Nauer wurde bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Akkordeonspiel bekannt. Er liess sich vom Akkordeon-Virtuosen Walter Grob neue Handgriffe beibringen. 1971/72 bildete er mit Thury Horath eine Ländlerkapelle. 1972 suchte Kapellmeister Martin Beeler aus Einsiedeln einen Akkordeonisten und fand ihn in Nauer. Der Ländlerkönig ist nicht nur einer der besten Akkordeonisten der Schweiz, sondern auch einer der bekanntesten. Unzählige Auftritte mit der Kapelle Carlo Brunner haben ihn zu einer lebenden Legende gemacht. Seit 60 Jahren ist er einer der besten Musiker und überzeugt mit traumwandlerischer Griffsicherheit am Akkordeon. Er spielte nie nach Noten, weil er mit seinem absoluten Musikgehör alle Kompositionen frei und fehlerlos interpretieren konnte. 


Newcomer: Nemo

Der 19jährige Bieler Rapper Nemo, bürgerlich Nemo Mettler, Sternzeichen Löwe, hat ein verrücktes Jahr hinter sich, wie er gestand. Sein Auftritt auf dem Berner Gurten war nachhaltig. «Für jeden, der wie ich aus der Umgebung kommt, ist es speziell, dort oben zu spielen. Die Waldbühne ist eine der speziellsten Bühnen der Schweiz. Es war voll, die Leute waren da. Sie hatten Lust mitzuhören. Das war krass», berichtete Nemo in einem Interview. Er brachte EP «Nemos Clownfisch» heraus, gab Konzerte und nimmt nun eine Auszeit. Seine Begründung: «Das braucht es ab und zu. Wenn man ständig Output liefert, kommt das kreative Auftanken zu kurz. Ich will mir mehr Zeit nehmen zum Schreiben und zum Musikmachen. Mal schauen, was aus mir raussprudelt.»


Kabarett/Comedy: Helga Schneider

 

Mit dem deutschen Musikkomödianten Helge hat sie nichts zu tun, die Helga, die eigentlich Regula Esposito heisst und gern auf fremden Hochzeiten tanzt. Sie moderiert, provoziert, involviert, treibt ihr komödiantisches Unwesen in Comedy-Shows, Clubs, bei Feiern und anderen schrägen Events. In diesem Jahr im Sackmehl der Manege. Der Circus Knie hat sie für die Tournee 2018 angeheuert. Helga freut's spitzbübisch: «Formidable»! Gewisse Zelterfahrung kann man ihr nicht absprechen, belebte sie doch «Das Zelt» mit Michael Elsener, der Starbugs Comedy und mehr. Was sie sonst noch drauf hat, bewies sie auch im Hechtplatz Theater mit «SuperH3LG» - «wortlastig, musikalisch, bunt, raffiniert, witzig, kreativ, verspielt – eben Helga Schneider!»


Bühnenproduktion: The Show Must Go Wrong

Der Tod ist nicht spassig, doch wenn es nach der britischen Comedy-Truppe Monty Python geht sehr wohl. Das hat sich wohl auch Regisseur Dominik Flaschka gesagt und eine «Krimikomödie zum Totlachen» auf die Bühne gebracht – nach britischem Muster versteht sich. Eine Theatertruppe will das Stück «Mord auf Schloss Haversham» aufführen. Doch dann läuft alles aus dem Lot, gehen die kleinsten Kleinigkeiten schief. Die Auftritte passen nicht, die Requisiten sind falsch platziert, und Schauspielerinnen werden niedergeschlagen. Doch es gibt eine Maxime: The Show must go on, wenn auch wrong oder schief. Das Ensemble mit Fabienne Louves/Tamara Cantrieni, Flavio Dal Molin, Sabina Deutsch, Peter Zgraggen lief in Zürich zur Höchstform auf. Slapstick und britischer Humor begeisterten.


Filmproduktion: Die göttliche Ordnung

Ein Schweizer Kinoerfolg, wie er nicht alle Jahre vorkommt: Das Filmdrama von Petra B. Volpe um das Frauenstimmrecht 1971 lockte letztes Jahr über 340 000 Zuschauer in der Schweiz, dazu über 100 000 in Deutschland an. Nora rebelliert gegen häusliche und gesellschaftliche Zwänge, findet zu sich selbst und Kraft, gegen «Die göttliche Ordnung», die männliche, zu rebellieren. Die Regisseurin packte Zeitgeschichte in ein menschliches, soziales Drama, ein Sittengemälde mit Ironie und Tiefgang – mit Marie Leuenberger in einer tragenden Rolle (Nora) und Maximilian Simonischek als etwas verstocktem, dann einsichtigem Ehemann. Der Film wurde dreifach mit dem Schweizer Filmpreis 2017 ausgezeichnet (Bestes Drehbuch, Beste Darstellerin, Beste Nebenrolle).


TV-Produktion: Wilder

Beeindruckende Bilder, gute Schauspieler, Spannung bis zum Schluss: Die Krimi-Serie von SRF begeisterte 2017 Publikum und Kritiker. Ein Schweizer Bergdorf im Winter gerät ins internationale Rampenlicht, als kurz vor Baubeginn eines umstrittenen Ferienresorts die Tochter des arabischen Investors spurlos verschwindet. Kantonspolizistin Rosa Wilder (Sarah Spale) ermittelt. Gemeinsam mit dem Bundeskriminalbeamten Manfred Kägi (Marcus Signer) stösst sie auf ein dunkles Geheimnis, das unter der Oberfläche der Talschaft modert. Regie führte Pierre Monnard. Christian Kohlund hatte einen kurzen Auftritt, und Sabina Schneebeli mischte als Bundesstaatsanwältin Barbara Rossi mit. Die sechsteilige Reihe kam bestens an. Erfolge soll man feiern, und so soll «Wilder» fortgesetzt werden.


Schauspielerin. Sarah Spale

 

Wenigen war die Baslerin vorher bekannt. Sarah Spale liess sich zur Primarlehrerin ausbilden, ehe sie zum Theater, zum Kino und Fernsehen kam. Die Mutter zweier Kinder liess sich auf das Krimi-Abenteuer «Wilder» ein. Sie verkörpert die sensible Ermittlerin Rosa Wilder, musste sich Berndeutsch aneignen und einige Winterstrapazen auf sich nehmen. «Ob als Profi bei den Ermittlungen oder mit den verknorzten Eltern am Familientisch: Rosa trägt eine grosse Spannung in sich. Sie ist ein sehr verletzlicher Mensch, zugleich eine starke, unabhängige Frau», urteilt Spale über ihre Figur. Die Reihe wird fortgesetzt mit Sarah Spale, die übrigens auch Auftritte im Schweizer «Tatort: Geburtstagskind» (2013) und im Kinofilm «Nachtzug nach Lissabon» (2013) hatte.